Imkerthemen
02.04.2019 21:43

Blühwiesen - oder Was jeder gegen das Insektensterben tun kann

Die Zahl der Insekten in Deutschland sinkt drastisch. Doch theoretisch kann jeder etwas dagegen tun, sagen Naturschützer - und geben Tipps für Gartenbesitzer und Verbraucher.

Blühende Pflanzen helfen Insekten

Hobbygärtner sollten im Garten und auf dem Balkon bienen- und insektenfreundliche Pflanzen säen und tolerieren. Dabei sollte vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst ein reiches Blühangebot von heimischen Sorten vorhanden sein. Beispiele für Bienenweiden sind Schneeglöckchen, Krokus, Löwenzahn, Klee, Wegwarte, Astern, Sonnenblume, Kornblume, Ringelblume, Glockenblume, Küchenkräuter sowie Beerensträucher und Obstbäume. Auch viele Nutzpflanzen sind wichtige Quelle von Nektar und Pollen für Wildbienen: Zucchini, Kürbis und Gurken locken Insekten an. Auf jeden Fall sollte es im Garten blühen, und die versiegelte Fläche sollte so klein wie möglich sein. Steingärten mit Kieswegen sind für Insekten eine Katastrophe. Auch der grüne, kurzgeschorene Zierrasen bietet nichts für sie. Gefüllte Blumensorten sollten vermieden werden, sie bieten weder Nektar noch Pollen.

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Beim Mähen einige wilde Ecken und Winkel stehen lassen

Je später gemäht wird, desto mehr Wildblumen haben die Chance, zu blühen und sich auszusamen. Desto mehr Insekten werden angelockt. Sinnvoll ist es, häufig genutzte Teile des Gartens öfter zu mähen und dafür einige wilde Ecken und Winkel stehen zu lassen. Dort darf sich Natur entwickeln. Nicht nur Insekten, sondern auch Igel und Vögel werden diese Wildnis dankbar annehmen. Auch Holzhaufen, Hecken, Laubhaufen oder Natursteinmauern sind wertvolle Lebensräume. Versuchen Sie, sich vom Ideal des aufgeräumten Gartens zu verabschieden und entdecken Sie die Vielfalt der Natur in einem naturnahen Garten.

Auf Unkrautvernichtungsmittel verzichten

Im Hobbygarten sollten überhaupt keine chemisch-synthetischen Mittel zum Einsatz kommen. Für jedes Problem gibt es eine ökologische Lösung. Unkraut kann gejätet werden. Die richtige Standortwahl sorgt für gesunde Pflanzen, die gar nicht erst von Schadinsekten befallen werden. Mit biologischen Pflanzenjauchen können die Abwehrkräfte gestärkt werden. Bei dennoch auftretendem Insektenbefall kann man mechanisch eingreifen: Absammeln oder Abwaschen der ungeliebten Insekten hilft oftmals schon. Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliege, Laufkäfer, Erdkröte oder Igel fressen Blattläuse, Milben und Schnecken. Wichtig ist es daher, den Nützlingen ein Zuhause zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen.

Nachbarn sensibilisieren

Hobbygärtner können auch versuchen, ihre Nachbarn für den Insektenschutz zu begeistern. Mit Nisthilfen für Wildbienen etwa können sie anschaulich zeigen, welche Vielfalt selbst im heimischen Garten herrschen kann. Von den über 550 Wildbienenarten in Deutschland lassen sich etwa 40 Arten mit selbstgebauten Nisthilfen auch in den eigenen Garten locken. Einfach zu bauende Nisthilfen können mit Hilfe von senkrecht angebrachten, markhaltigen Pflanzenstängeln, Schilfhalmen, Bambusröhrchen oder in Hartholz gebohrte Röhren hergerichtet werden. Bestimmte Wildbienen-Arten, die für gewöhnlich gern Abbruchkanten besiedeln, bevorzugen als Quartier auch künstlich gestaltete Mini-Steilabhänge oder aus Lehm gefertigte Mini-Wände.

Öko-Produkte kaufen

Verbraucher, die sich kümmern wollen, können auch bewusst Lebensmittel aus ökologischem Landbau kaufen. Beim Biolandbau werden keine chemisch-synthetischen Pestizide und Mineraldünger eingesetzt. Diese Art von Landwirtschaft ist insektenfreundlich und fördert die Artenvielfalt. Mit dem Kauf solcher Produkte werden Landwirte unterstützt, die sich dem Schutz von Wildbienen, anderen Insekten und generell der Biodiversität in unserer Agrarlandschaft verschrieben haben.

Quelle: ZDF [2.04.2019]

Tags: umwelt