Imkerthemen

Die Diskussion bezüglich der Schädlichkeit von Neonikotinoiden geht weiter. Die Handelszeitung hat das Thema auch aufgegriffen und in einem Artikel zusammengefasst:

Immer mehr Belege: Bestimmte Insektizide gefährden Bienen

Bienen: Lebensnotwendig für die Menschen. Keystone

Über die Gefährlichkeit bestimmter Insektizide für Bienen streiten Hersteller, Agrarverbände und Imker seit Jahren. Jetzt belegen zwei neue Studien, wie gefährlich die Gifte für Bienen sind.

Schaden sie oder schaden sie nicht? Über die Gefährlichkeit bestimmter Insektizide für Bienen streiten Hersteller, Agrarverbände, Naturschützer und Imker seit Jahren. Jetzt belegen zwei neue Studien: Neonikotinoide sind schädlich. Zumindest manchmal.

Für Randolf Menzel ist die Sache ziemlich klar: Insektenvernichtungsmittel aus der Gruppe der Neonikotinoide schaden Bienen und Hummeln. Der Neurobiologe von der FU Berlin hat fast sein ganzes Wissenschaftlerleben der Erforschung dieser Insekten gewidmet. Er zeigte unter anderem, dass die Substanzen das Gedächtnis der Bienen beeinträchtigen.

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Quelle: Schweizer Handelszeitung

Aus Italien wurden neue offizielle Funde des Kleinen Beutenkäfers gemeldet.
Im Deutsches Bienen-Journal 2017/7 wurde berichtet, dass wieder neue Funde in Süditalien verzeichnet werden mussten.

Der Bericht lässt keine grosse Hoffnung aufkommen, dass der Beutenkäfer in Süditalien ausgerottet werden kann. Um so mehr ist der grenzübergreifende Waren- und Bienenaustausch in Frage zu stellen. Dies soll für jeden Imker zum Anlass genommen werden, den eigenen Bedarf von Nachwuchsvölkern mit eigenen Ablegern zu decken. Besonders jetzt, nach der Honigernte können sehr gut Ableger gebildet werden, damit im nächsten Frühling, auch nach Winterverlusten, noch genügend Völker vorhanden sind.

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Quelle: Deutsches Bienenjournal 2017/7

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) (Deutschland) stellt heute erstmals einen umfassenden Agrar-Report zur biologischen Vielfalt vor. Das BfN zeigt in seiner Analyse, dass sich die Situation der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft deutlich verschlechtert hat. „Diese Entwicklung muss für uns alle alarmierend sein“, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. „Wir brauchen deshalb dringend eine Kehrtwende in der Agrarpolitik.“

Für seinen Agrar-Report hat das Bundesamt für Naturschutz die Ergebnisse aus verschiedenen Forschungsvorhaben zur Entwicklung der Natur in der Agrarlandschaft zusammengeführt. „Praktisch alle Tier- und Pflanzengruppen in der Agrarlandschaft sind von einem eklatanten Schwund betroffen. Besonders deutlich wird dies beispielsweise bei den Vögeln und den Insekten. Die Problematik setzt sich aber leider auch bei der Situation der Lebensraumvielfalt fort“, sagt die BfN-Präsidentin. Die aktuelle Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands sowie das Monitoring von Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert verdeutlichen dies eindringlich.

Auch das für den Naturschutz besonders wichtige Grünland, die Wiesen und Weiden, stehen unter Druck. „Zwar scheint der Flächenverlust gestoppt, aber wir müssen eine weiter anhaltende deutliche qualitative Verschlechterung des Grünlands feststellen, die infolge der zunehmend intensiven Bewirtschaftung ungebremst voranschreitet“, erläutert Prof. Jessel. „Alarmierend ist, dass dadurch mittlerweile verbreitet auch blütenreiche Mähwiesen mittlerer Bewirtschaftungsintensitäten massiv unter Druck geraten.“ Etwa 40 Prozent der in Deutschland gefährdeten Arten der Farn- und Blütenpflanzen haben ihr Hauptvorkommen im Grünland. Hier ist eine Entwicklung vorgezeichnet, die bei früher typischen Ackerwildkräutern wie Acker-Rittersporn und Sommer-Adonisröschen oder anderen, heute nur noch selten zu findenden und extrem gefährdeten Arten schon weit fortgeschritten ist: Im Inneren von Ackerflächen ist ihre Anzahl bereits um mehr als 70 Prozent gesunken.

Aber nicht nur die Nahrungsgrundlage und der Lebensraum vieler Insekten und Agrarvögel gehen verloren. Auch wichtige Ökosystemleistungen können immer weniger erbracht werden. Betroffen davon ist nicht nur die Landwirtschaft, die beispielsweise auf die Bestäubung angewiesen ist. In der breiten Bevölkerung wird der Verlust von Ökosystemleistungen spürbar, wenn beispielsweise die Wasserqualität schlechter wird. Eine nicht standortgerechte oder nicht naturverträgliche Landbewirtschaftung verursacht damit auch erhebliche volkswirtschaftliche Kosten.

Mit dem Agrar-Report belegt das BfN deutlich, dass sowohl die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union als auch die nationale Umsetzung hinsichtlich der Erhaltung der Biodiversität versagt haben. Sie leisten keinen substanziellen Beitrag, dem anhaltenden Verlust biologischer Vielfalt in den Agrarlandschaften entgegen zu wirken. Konkret kritisiert das BfN beispielsweise die Vorschriften für die so genannten ökologischen Vorrangflächen als völlig unzureichend. Sie sind das zentrale Element des „Greening“, das in der EU-Agrarpolitik mit der letzten Reform eingeführt und mit erheblichen öffentlichen Mitteln versehen wurde. „Allerdings wird die Erfüllung der Anforderungen für den überwiegenden Teil dieser Flächen durch den Anbau von Zwischenfrüchten und Leguminosen realisiert, die keinen Mehrwert für die biologische Vielfalt erbringen“, erklärt Prof. Jessel. „Gemessen an den eingesetzten Finanzmitteln – jährlich werden etwa 1,5 Milliarden Euro als Greening-Prämie für Landwirte in Deutschland vorgesehen – müssen die Vorrangflächen wie auch das Greening als weitgehend wirkungslose und gleichzeitig zu teure Fehlentwicklung bezeichnet werden.“

Hinzu kommt eine große Lücke zwischen dem Bedarf und den in der Realität zur Verfügung stehenden EU-Finanzmitteln zum Schutz der biologischen Vielfalt. Selbst auch nur elementare Aufgaben bei der Umsetzung der rechtlich zwingend vorgegebenen EU-Naturschutzrichtlinien lassen sich damit nicht erfüllen. „Dies alles zeigt die Notwendigkeit einer grundlegenden und schnellstmöglichen Kehrtwende in der GAP, die nur bei wirksamer Berücksichtigung von Naturschutzforderungen zukunftsfähig und gesellschaftlich legitimiert sein wird“, erklärt die BfN-Präsidentin.

Anforderungen an eine zukunftsfähige GAP:
Konsequente Ausrichtung von Zahlungen an die Landwirtschaft am Gemeinwohlprinzip nach dem Grundsatz „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“. Finanzielle Mittel in ausreichender Höhe sind hierfür bereitzustellen.

Schaffung von Anreizen für eine naturverträgliche, standortangepasste und damit nachhaltige Bewirtschaftung einschließlich der Sicherung von ökologischen Leistungen bei drastischer Reduzierung des administrativen Aufwands und Vereinfachung der Kontrollregelungen.

Sicherstellung eines Mindestmaßes an Biodiversität auch in Intensivregionen – unter anderem durch konsequente Einhaltung eines zu optimierenden ordnungsrechtlichen Rahmens.

Der Agrar-Report des Bundesamtes für Naturschutz steht unter folgendem Link zum Download bereit: http://www.bfn.de/0405_hintergrundinfo.html

Quelle: Biene & Natur

Wir hatten ein wunderbares Fest mit einem interessanten Vortrag über Bienenforschung von Martin Dettli.
Er konnte begeistern strahlte Optimismus und einen Lichtblick bezüglich der Varroaproblematik aus. Beste Voraussetzungen für die nächsten 125 Jahre in unserem Verein.

Herzlichen Dank an die Organisatoren für ihren Einsatz.
Herzlichen Dank an Martin Dettli für den interessanten Vortrag.

Das Bundesamt für Lebensmittlesicherheit und Veterinärwesen meldet erste Funde des Kleinen Beutenkäfers 2017 in Italien!

Italien meldete die ersten Fälle des Jahres 2017. Im März und April 2017 sind drei Fälle in Bienenständen, ein Fall bei einem Naturvolk und ein Fall in einem Sentinel-Stand aufgetreten. Zwei betroffene Bienenstände sind ausserhalb der Schutzzonen und auf der Ostseite des Gebirgszuges Serre im Osten Calabriens gelegen, die Schutzzonen wurden erweitert und zusätzliche Sentinel-Stände an den Rändern der Zonen eingerichtet.

Die ersten Funde des Kleinen Beutenkäfers sind aussergewöhnlich früh erfolgt. In den letzten zwei Jahren wurden die ersten Funde im Juli (2016) und September (2015) gemeldet. Die Verschleppung des Käfers über einen Gebirgszug könnte damit erklärt werden, dass der betroffene Imker ebenfalls zwei Stände in der bestehenden Schutzzone besitzt.

Abbildung AT_1: Überwachungszone Kalabrien und Resultate der Überwachungsaktivität vom 1. Juni 2017 (Quelle: IZSV)

Artikel NZZ vom 2.06.2017:

Vom neuen Bienenschutzprojekt des Kantons Aargau profitieren nicht nur die fleissigen Arbeiterinnen
Désirée Föry

Jahr für Jahr müssen die Imker ein immer traurigeres Ritual vollziehen: die Bestandsaufnahme ihrer Bienenvölker. Mittlerweile sterben jeden Winter rund zehn Prozent der Honigbienen in der Schweiz. Auch im vergangenen Winter sind hierzulande wieder Tausende Bienenvölker verendet.

Das hat nicht nur schwerwiegende finanzielle Auswirkungen für die Imker. Sterben die emsigen Arbeiterinnen aus, hätte das katastrophale Folgen für die Bevölkerung: Mehr als Kartoffeln, Mais und Getreide würden wir ohne Bestäubungsinsekten nicht mehr finden auf unseren Tellern.

Mit 15 000 Franken entschädigt
Nicht nur Schädlinge sind für das Bienensterben verantwortlich. Auch die Landwirtschaft macht dem Insekt mit Pflanzengiften das Leben schwer. Nun hat der Kanton Aargau eingegriffen und das Projekt «Bienenfreundliche Landwirtschaft im Aargau» lanciert.

Um am Projekt zu partizipieren, müssen Bauern acht Grundmassnahmen und mindestens eine von zehn Einzelmassnahmen umsetzen. Dazu gehören beispielsweise spezielle Mähtechniken, der Verzicht auf den Einsatz des Fungizids Sklerotinia bei Rapspflanzen, der Besuch von Weiterbildungen sowie das Errichten von Holzbeigen oder Steinhaufen auf den Feldern, die den Bienen als Brutplatz dienen.

Die Landwirte erhalten für die Massnahmen eine finanzielle Entschädigung von 400 bis 1100 Franken pro Jahr – je nachdem, wie viele Massnahmen getroffen werden und wie gross die entsprechende Fläche ist. Einzelmassnahmen sind gar noch lukrativer, dafür winken ihnen bis zu 15 000 Franken. Die insgesamt 5,3 Millionen Franken, die für das Projekt veranschlagt wurden, finanziert zu 20 Prozent der Kanton Aargau aus dem Swisslos-Fonds. 80 Prozent stammen aus dem Ressourcenprogramm des Direktzahlungssystems des Bundes.

Bereits in den ersten fünf Monaten haben sich 250 Aargauer Bauern für das Projekt verpflichtet. «Die grosse Anzahl an Interessierten ist sehr erfreulich», sagt Alois Huber, Präsident des Bauernverbands Aargau. «Jetzt hoffen wir nur, dass das Geld reicht.» Denn die Erwartungen wurden weit übertroffen: Mit 100 Teilnehmern wäre man schon zufrieden gewesen, sagt Huber. Sollten sich weiterhin so viele Bauern für den Bienenschutz engagieren, müssten die Beiträge gekürzt werden, befürchtet Huber. Dann würde das Budget prozentual unter den Teilnehmern aufgeteilt.

Auch andere Kantone engagieren sich für den Bienenschutz. So laufen in den Kantonen Waadt und Jura ähnliche Projekte wie im Aargau. Und zusammen mit der Forschungsanstalt Agroscope hat der Kanton Bern eine Bienenweide initialisiert: einen Blühstreifen aus Pflanzen, die dann blühen, wenn sonst nichts mehr blüht. Dass der Kanton Aargau diese Bienenweide projektiert, war indes nicht möglich. «Damit unsere Bauern zusätzlich entschädigt werden, mussten wir neue, separate Massnahmen treffen», sagt Ralf Bucher vom Bauernverband Aargau.

Tests für den Bund
Angelegt ist das Aargauer Projekt bis 2022. Dann steht die nächste grosse Agrarreform an, und noch ist unklar, wie hoch das Landwirtschaftsbudget ausfallen wird. «Wenn das Projekt gut läuft, ist es sicher ein Ziel, es nach 2022 direkt über das Direktzahlungssystem des Bundes laufen zu lassen», sagt Alois Huber.

Im Rahmen des Ressourcenprojekts wolle der Bund Massnahmen auf deren Praxistauglichkeit austesten, sagt Ivo Strahm, Verantwortlicher für das Ressourcenprogramm beim Bundesamt für Landwirtschaft. Sollte sich eine Massnahme bewähren, sei es denkbar, dass der Bund sie übernimmt und eine Umsetzung in der ganzen Schweiz anstrebt. Wie es mit dem Bienenschutz nach 2022 weitergeht und wie dieser finanziert wird, sei derzeit schwer abzuschätzen, sagt Strahm. Die Trägerschaft des Projekts muss aber beim Bund vorlegen, wie die Wirkung der Massnahmen im Projektgebiet nach Projektende weitergeht.

Der Frühling ist da – Auftakt zur Hochsaison für Bienen. Der Kleine Beutenkäfer bleibt auch 2017 eine Gefahr, denn das Risiko einer Einschleppung des Parasiten in die Schweiz besteht fort. Das BLV rät Imkerinnen und Imkern, wachsam zu sein und mahnt bei Importen zur Vorsicht. Um die Situation zu überwachen, startet im Mai zum dritten Mal das Früherkennungsprogramm Apinella. Dabei kontrollieren 156 freiwillige Imkerinnen und Imker regelmässig Bienenstände auf einen Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer.

Weitere Informationen…

Quelle;: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV

Der VDRB hat mitgeteilt, dass im Jura estmals die Asiatische Hornisse gefunden wurde:

Im jurassischen Fregiécourt wurde gestern die erste asiatische Hornisse der Schweiz gefunden. Imkerinnen und Imker werden dazu aufgefordert die Augen offen zu halten und allfällige verdächtige Insekten dem BGD zur Identifikation zuzustellen (entweder per A-Post an apiservice, Schwarzenburgstr. 161, 3003 Bern oder Foto per E-Mail an info@apiservice.ch).

Bitte achten Sie vermehrt auf eine gezielte Völkerbeurteilung und -auslese (Merkblatt 4.7.) und halten nur noch gesunde, starke Völker. Dies hilft fast immer, Völkerverluste zu vermeiden. Für Panik gibt es darum keinen Grund.

Die wirkungsvollste Bekämpfungsmassnahme der asiatischen Hornisse ist die Entfernung der Nester. Das Aufstellen von Fallen bringt aktuell nichts. Erst wenn sich der Schädling einmal etabliert hat, können zeitlich befristet eingesetzte Fallen helfen, einen extremen Druck auf einen Bienenstand zu verringern.

Die wichtigsten Informationen zur asiatischen Hornisse finden sich in Merkblatt 2.7. Für weitere Auskünfte steht Ihnen zudem das BGD-Team unter 0800 274 274 gerne zur Verfügung.

Quelle: Email VDRB vom 26.04.2017, Anja Ebener

In der Schweiz werden die Kälteeinbrüche oft mit einer Frühjahrsfütterung überbrückt. Dies kann aber Einfluss auf die Qualität des Frühlingshonigs haben! Dies fanden Forscherinnen vom Schweizerischen Zentrum für Bienenforschung heraus: 

Bienen können eingelagertes Futter aus Frühjahrsfütterungen von den Brutwaben in die Honigwaben umtragen. Das fanden Dr. Christina Kast vom schweizerischen Zentrum für Bienenforschung und Dr. Alexandra Roetschi vom Agroscope – Institut für Lebensmittelwissenschaften in Liebefeld heraus.

Weil sie in schweizerischen Honigen immer wieder Backhefen (Saccharomyces cerevisiae) fanden, hegten die Wissenschaftlerinnen den Verdacht, dass diese aus Frühjahrsfütterungen stammen könnten. „Viele Imker in der Schweiz stellen ihren Futterteig selbst her und setzen ihm Backhefe zu, damit er geschmeidiger wird“, erklärt Kast. Sie und Roetschi vermuteten, dass die Bienen den Futterteig im Frühjahr in die Brutwaben einlagern, bei Platzbedarf jedoch umtragen und die Hefen so in den Honig gelangen. Um dies zu überprüfen, fütterten sie Bienenvölker im Frühjahr in einem Feldversuch mit Futterteig, dem sie Backhefe zusetzten. Durch ein spezielles Analyseverfahren konnten sie die Zellen von S. cerevisiae in den später gezogenen Honigproben sicher identifizieren.

Die höchste Zellkonzentration fanden sie dabei im Honig, der nahe dem Brutnest eingelagert war. Aber auch im geernteten Frühjahrs- und Sommerhonig wiesen sie Backhefen nach. Zwar seien die Hefezellen tot und ein Gären des Honigs damit ausgeschlossen, teilte Kast mit, aber mit einer guten Honigqualität sei dies nicht vereinbar. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Food Microbiology publiziert.

Quelle: Deutsches Bienenjournal

Angesichts der ausstehenden Entscheidung über das EU-Moratorium für drei Neonicotinoide ist die Diskussion um diese Wirkstoffe neu entflammt. Der britische Hummelforscher Prof. Dr. Dave Goulson gibt in einem Artikel des Deutschen Bienenjournals eine kurze Einführung in die Neonicotinoide und deren Auswirkungen auf Bienen.

Prof. Dr. Dave Goulson lehrt an der Universität im südenglischen Sussex. Bevor er sich den Hummeln zuwandte, untersuchte er die Ökologie von Schmetterlingen. Seine Studien über den Einfluss von Neonicotinoiden auf Hummeln hatten massgeblichen Einfluss auf die Risikoeinschätzung durch die EFSA. Das BBC Wildlife Magazin listete Goulson 2015 auf Position 8 der 50 einflussreichsten Personen im Umweltschutz.

Der Artikel zeigt eindrücklich, welche Auswirkungen diese Pestizide auf die Umwelt haben könnten!

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Quelle: Deutsches Bienenjournal 4/2017

Bestäubende Insekten beschleunigen die Evolution von Pflanzen, aber je nach Bestäuber entwickelt sich die Pflanze unterschiedlich. Bereits nach neun Generationen ist die gleiche Pflanze grösser und duftet stärker, wenn sie von Hummeln bestäubt wird als von Fliegen. Dies belegt eine Studie von Evolutionsbiologen der Universität Zürich.

Ohne Bestäuberinsekten läuft wenig: Bienen, Fliegen oder etwa Schmetterlinge übertragen die männlichen Pollenkörner auf die Narbe des weiblichen Griffels einer Pflanze und sichern dadurch deren Fortpflanzung. Nun zeigen Forscher vom Institut für Systematische und Evolutionäre Botanik der Universität Zürich, dass Bestäuberinsekten auch die Evolution von Pflanzen überraschend stark beeinflussen.

Hummelbestäubte Pflanzen duften stärker
Für ihr Experiment verwendeten UZH-Professor Florian Schiestl und Doktorand Daniel Gervasi den Rübsen – eine Pflanze aus der Gattung des Kohls und ein naher Verwandter des Raps. Die Forscher liessen eine Pflanzengruppe über neun Generationen lang nur von Hummeln bestäuben, eine andere nur von Schwebefliegen, und eine dritte bestäubten sie von Hand. Danach analysierten sie die bestäubten Pflanzen, «die sich erstaunlich deutlich unterschieden», wie Florian Schiestl erklärt. Die von Hummeln bestäubten Pflanzen waren grösser und hatten stärker duftende Blüten mit mehr UV-Farbanteil – eine Farbe, die von Bienen und ihren Verwandten gesehen wird. Die von Schwebefliegen bestäubten Pflanzen hingegen waren kleiner, ihre Blüten dufteten weniger und bestäubten sich deutlich mehr selbst.

Der Mechanismus der evolutiven Veränderung besteht laut Florian Schiestl darin, dass unterschiedliche Bestäuber sich in ihren Präferenzen unterscheiden, und sie daher eine Auslese treffen, ähnlich wie es ein Pflanzenzüchter machen würde. Die Zunahme der Selbstbestäubung ist auf die deutlich geringere Bestäubungseffizienz der Fliegen zurückzuführen. Die Pflanzen helfen sich sozusagen selbst, wenn der Bestäuber zu wenig Pollen überträgt.

Bestäuberinsekten beschleunigen Evolution
Dass sich die Pflanzen bereits nach neun Generationen so stark veränderten, überraschte die Forscher: «Traditionell geht man davon aus, dass die Evolution langsam verläuft», erklärt Florian Schiestl. Der UZH-Evolutionsbiolge zieht aus seinen Ergebnissen folgendes Fazit: «Eine veränderte Zusammensetzung von Bestäuberinsekten in natürlichen Lebensräumen kann einen rapiden evolutiven Wandel bei Pflanzen bewirken.» Dies ist von besonderem Interesse, da bestimmte Bestäuberinsekten, beispielsweise Bienen, durch starken Pestizideinsatz und Verarmung der Landschaft in den letzten Jahrzehnten massiv dezimiert worden sind. Es wäre laut Florian Schiestl denkbar, dass Pflanzen daher vermehrt auf Fliegen als Bestäuber angewiesen sind. Dies hätte die Evolution von schwächerem Blütenduft und mehr Selbstbestäubung zur Folge. Längerfristig würde dadurch die genetische Variabilität einer Pflanzenpopulation geschmälert und die Pflanzen würden krankheitsanfälliger.

Literatur:
Daniel Gervasi, Florian Schiestl. Real-time divergent evolution in plants driven by pollinators. Nature Communications. March 14, 2017. DOI: 10.1038/NCOMMS14691

Quelle: Universität Zürich; Nathalie Huber Kommunikation
https://idw-online.de/de/news669458

Varroabekämpfung ohne Ameisensäure – biotechnische Massnahmen als erfolgreiche Grundpfeiler / Kleiner Beutekäfer: Überdenken der heutigen Betriebsweise / Wachsskandal: (k)eine Herausforderung für Kleinimker

Anlässlich der GV des Vereins «Hyperthermie Schweiz» organisiert dieser eine Vortragsserie von Andreas Platzer, 12. März 2017; 10.00-15.30 Uhr

  • Varroabekämpfung ohne Ameisensäure - biotechnische Massnahmen als erfolgreiche Grundpfeiler
  • Kleiner Beutekäfer: Überdenken der heutigen Betriebsweise
  • Wachsskandal: (k)eine Herausforderung für Kleinimker

Andreas Platzer, Ing. Agronom, Bienensachverständiger und Imker, ist als Fachberater für Bienenzucht der Aut. Prov. Bozen – Südtirol an der Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau Laimburg tätig.

Am Referat sind alle Imker und Bieneninteressierte eingeladen.

Varroabekämpfung ohne Ameisensäure- dieser Herausforderung müssen sich die Kollegen aus Italien stellen. Die Ameisensäure ist offiziell nicht mehr als Behandlungsmittel anwendbar.  Im Referat erläutert Platzer verschiedene  biotechnische Bekämpfungsmöglichkeiten, was dabei besonders zu beachten ist und weshalb er, als bisheriger Verfechter, die AS- selbst bei einer allfälligen Zulassung- definitiv aus seinem Behandlungskonzept verbannt hat.

Imkern mit dem kleinen Beutekäfer? Für viele kaum vorstellbar. Andreas Platzer erklärt, weshalb die Varroamilbe mehr Imker zum Aufgeben zwingt als der kleine Beutekäfer. Er zeigt, wie mit entsprechender Anpassung der Betriebsweise die Imkerei weiterhin Bestand haben wird.

Wieder rüttelt ein Wachsskandal insbesondere jene Imker auf, welche über keinen eigenen Wachskreislauf verfügen. Wer sind die Schuldigen, welche Folgen hat es für die Bienen und die Imkerei?

Eintritt: Fr 20.-
Mittagessen: Fr 25.-
Anmeldung bis 08.03.2017 an: Beat Jörger

Flyer

Die Situation des Kleinen Beutenkäfers (Aethina tumida) in Italien (Kalabrien) bleibt unverändert. Seit dem letzten gemeldeten Fall (November 2016) wurden zwei weitere Fälle gemeldet. Die Ende Dezember 2016 und anfangs Januar 2017 gemeldeten Fälle betrafen einen Sentinel-Bienenstand sowie ein wildes Bienenvolk in der Provinz Reggio di Calabria.

Wilde Bienenvölker können dem Kleinen Beutenkäfer als Reservoir dienen, da sie nicht kontrolliert werden resp. schwer zu kontrollieren sind. Dies ist vor allem für die lokale Ausbreitung des Kleinen Beutenkäfers von Bedeutung. Aufgrund der beschränkten Reichweite von Schwärmen (1-2 km) sowie der Tatsache, dass wilde Bienenvölker den Winter oft nicht überleben ist dieser Fund jedoch von geringer Bedeutung für eine interregionale oder internationale Ausbreitung.

Aufgrund der unveränderten Gefahrenlage in Italien wird in der Schweiz das Früherkennungsprogramm Apinella ab dem 1. Mai 2017 wieder durchgeführt.

Bienen, Hummeln, unverarbeitete Imkereinebenprodukte, gebrauchtes Imkereimaterial oder für den menschlichen Verzehr bestimmter Wabenhonig dürfen weiterhin nicht aus Kalabrien und Sizilien in die Schweiz verbracht werden, da über sie der Kleine Beutenkäfer eingeschleppt werden könnte (siehe Verordnung des BLV über Massnahmen zur Verhinderung der Einschleppung des Kleinen Beutenkäfers aus Italien).

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen